Als Unternehmerin und Führungskraft habe ich lange geglaubt, schnelles Denken sei mein wichtigster Erfolgsfaktor. Erst durch meine Arbeit als Focusing-Coach habe ich entdeckt, wie entscheidend es ist, Kopf und Körper gleichermaßen in Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Gerade in komplexen oder unsicheren Situationen entsteht so eine innere Gewissheit, die weit über rein kognitive Analysen hinausgeht.
In diesem Artikel teile ich meine wichtigsten Erkenntnisse aus dem Focusing-Coaching, die mir rückblickend in meiner Zeit als Unternehmerin und Führungskraft sehr geholfen hätten.
- Schnelligkeit ist nicht automatisch gut. Heißt: Schnelle Schlüsse sollte ich nur ziehen, wo Schnelligkeit wirklich notwendig, also Gefahr in Verzug ist. Ansonsten führt Innehalten zu besseren Entscheidungen.
- Mehr noch: Langsamkeit ist in bestimmten Situationen notwendig. Der Grund: Das Gehirn ist faul und versucht, im Energiesparmodus zu bleiben. Deshalb liefert es im Normalbetrieb nur Bekanntes und Vertrautes – wenn auch in neuer Verpackung. Nur wenn ich mich verlangsame, entdecke ich das wirklich Neue.
- Flexibilität ist kein Zeichen von Ziellosigkeit. Denn: Das Leben und die Arbeitswelt sind kein linearer Prozess. Es ist klug, meine Richtung immer wieder zu überprüfen – was gestern noch eine freie Autobahn war, kann morgen zur Schotterpiste werden.
- Mein Körper nimmt mehr wahr als mein Kopf. Bedeutet: Im Kopf kommt nur ein kleiner, stark gefilterter Teil dessen an, was ich wahrnehme. In bestimmten Situationen ist es sehr hilfreich, die Filter auszuschalten, um eine Situation vollständig zu erfassen – und damit bessere Entscheidungen treffen zu können.
- Das Wichtigste ist das, was ich schon ahne, aber noch nicht in Worte fassen kann. Denn genau dort liegt die Verbindung zwischen Kopf und Körper. Von dort kommt immer viel mehr, als jeder noch so schlaue Kopf denken kann.
- Was ich meine zu wollen, ist nicht immer das, was ich wirklich will. Was ich gelernt habe: Oft glaube ich zu wissen, was ich will – bis ich innehalte und meine Annahmen hinterfrage. Erst dann zeigt sich, was für mich tatsächlich stimmig ist.
- Freies Denken braucht Übung. Denn mein Denken ist stärker von äußeren Prägungen beeinflusst, als ich früher dachte. Kulturelle und familiäre Muster steuern oft unbewusst meine Entscheidungen. Wirklich frei zu denken und zu entscheiden, erfordert einiges an Übung.
- Erleben statt Grübeln erleichtert die Entscheidung. Entscheidungen aus meinem körperlichen Erleben heraus sind leicht, nächste Schritte kommen wie von selbst.
- Routinen sind wichtig und nützlich – nur nicht immer. Heute weiß ich: Im Alltag sind Routinen hilfreich, aber für echte Veränderung brauche ich Methoden, die mich davor schützen, in die gewohnten Denkmuster zurückzufallen.
Du möchtest als Selbstständige, Gründerin oder Führungskraft Kopf und Körper gleichermaßen in deine Entscheidungsprozesse einbeziehen kannst, um aus echter innerer Gewissheit heraus zu handeln?